Welcome in Thailand!
Unsere neue Route (eigentlich die zu allererst geplante) sieht so aus:

In Über Chiang Rai geht’s nach Chiang Mai, zwei Zentren in Nord-Thailand.
Gerade sitze ich zwischen den beiden Städten in einer schönen Gartenanlage eines Homestays, in dem wir heute Übernachten. Ibo ist gerade mit der Hauswirtin aufm Moped los, Wein kaufen für das Abendessen.
Aber der Reihe nach: Der Grenzübergang führt über die Friendshipbridge No. 4.
Die Ausreise war komplikationslos, danach mussten wir in einen Bus, die Fußgänger dürfen auch nicht mit dem Radl über den Mekong fahren. Die Einreise war insofern kompliziert weil aufgrund schlechten Inets die elektronische Einreisekarte nicht auszufüllen war. Der Grenzer war aber supernett, hat selbst ewig rumversucht bis es für Ibo geklappt hat. Ich durfte dann so durch, einfach Einreisestempel und fertig. Analog sozusagen. Zum Schluss gab er uns seine Frühstücksbrotzeit mit, frische Früchte… das muss man mal von einem – die sind sonst so grimmig – Grenzer erleben. Schöner Empfang!
Auf geht’s Richtung Chiang Rai. Wir finden eine Nebenroute über die Dörfer, richtig schön. Mittags Einkehr bei einem einfachen Essensstand, bei uns gäbs Wiener oder Döner, hier warens gegrillte Hendlspiesse. Spätnachmittags finden wir in Phaya Mengrai eine einfache Unterkunft, mit funktionierender Dusche, was will man mehr. Abends sogar ein westlich angehauchtes Lokal mit gutem Essen.
Die verbleibenden 45 km bis Chuang Rai hatten wir bereits bis 11 Uhr abgespult, so bleibt uns fast ein ganzer Relaxtag fürs Sightseeing. Die Gebäude sind aber schon etwas heruntergekommen aber die Stadt gefällt uns. Gute Atmosphäre mit vielen Lokalen, sehr zentral sind der Glockenturm und der rote bzw. der Blaue Tempel.

Wat Chiang Yuen: Der rote Tempel


Wat Rong Suea Ten: Der blaue Tempel

Abends dann Essen mit Blick auf den goldenen Glockenturm:

Golden Bell Tower in der Stadtmitte.
Der touristische Nachtmarkt lädt zum Essen und Staunen ein, ist aber nicht überlaufen.

Am Morgen geht’s Richtung Süden raus aus der Stadt und wir wollen noch den Wat Rong Khun, den weißen Tempel mitnehmen. Der hat uns umgehauen, optisch und atmosphärisch…

Wat Rong Khun.


Da sind die Stukkateure fleißig und kreativ.
Weiter geht’s für uns, wieder in die Natur. Die ersten 40 km auf Nebenstraßen waren echt gemütlich und angenehm…

Übers Land.
Die nächste 50 allerdings wieder der totale Strassenwahnsinn, die Hauptroute zwischen Chiang Rai und Chiang Mai war nicht vermeidbar.
Schliesslich sind wir in dem netten Homestay untergekommen, in dem die Wirtin uns sogar zum Weinholen fährt… wie oben beschrieben.

Rabiang Doi Home Stay nahe Wiang Pa Phao.
Leiwand in Thailand!
Ich nehme den Spruch von Birgit gerne auf. Es ist tatsächlich so, verglichen mit den beiden anderen bereisten Ländern.
Angenehme Menschen, wenig Hektik (abgesehen von der Verkehrsdichte), nette Cafés, gutes, vielseitiges Essen, es ist zum Aushalten hier.
„Wenn bloß die lästige Radlerei nicht wär…“. Späßle gmacht! Gerade das Radeln auf Nebenstraßen, durch Auen, Reisfelder, Bananen-Haine macht richtig Spaß. Hie und da eine aufgeschnittene Ananas von einem Stand am Wegrand, oder eine Staude Bananen für ein paar Cent, oder eine Mango, an Früchten sehen und essen wir uns satt.
Die Route zwischen Chiang Rai und Chiang Mai bietet leider nicht viele Alternativen, drum nutzen wir jeden km der abseits entlang führt.

Die vorgezogenen Reissetzlinge werden in Büschel vorportioniert…

…und dann ausgesetzt.

Neue Besen werden geliefert.

A Cafetscherl unterwegs…
Schnell noch ein paar Eier gekocht in den heißen Quellen.
Kurz nach dem höchsten Punkt der Strecke übernachten wir in einem eher luxuriösen Berghotel, wir sind die einzigen Gäste, auch fad… den Angestellten waren wir eher lästig… aber gut geschlafen und gewohnt, da fehlt sich nix.
Die letzten knapp 50 km nach Chiang Mai gehts überwiegend bergab und sind somit eher ein Schaulaufen und wir kommen noch vor Mittag an. Es geht an einem Nationalpark entlang, mit vielen Campingplätzen an einem schönen Bach, mehr oder weniger sinnvollem Angebot wie Quadfahren in den Wäldern, Shooting Ranges (auf was da wohl geschossen wird…).
Und dann sah ich ihn stehn! Ein sehr schön restaurierter VW T2! Das ideale Geschenk zu unserem 40. Hochzeitstag! Für Insider: Solch ein T2 war am 21.2. vor 40 Jahren unser Hochzeitsauto!

Ein T2, schön hergerichtet auch noch!
„Magst‘n ham?“ Meine Frage an Ibo. Dann hätte ich glatt gefragt ob der zu kaufen wäre. Aber irgendwie hat der Bergbach so gerauscht und ich habe im Rauschen so etwas verstanden wie „…oida Depp!“ Dann halt net, waar a scheens Gschenk gwen.
Tatsächlich hatte Ibo wahrscheinlich Angst dass ich ihn wirklich kaufen würde und dann von Thailand hoamzua fahren möchte. Sie kennt mi halt…
Chiang Mai! Touristenzentrum im Norden, Ausflüge in die Berge, zu Elefanten, zu den Bergvölkern des Golden Triangle, die Region in der Thailand, Mianmar und Laos zusammentreffen. Ois nix für uns, wir genießen die Stimmung in der Stadt, das Essen und viele, einige ganz besondere Tempel.
Das erste Erlebnis bei der Ankunft um die Mittagszeit, war schon mal besonders. Beim Lunch in einer Kneipe wurde uns weder Bier noch Wein verkauft. Es sei Wahltag in Thailand, da dürfe bis zur Schließung der Wahllokale kein Alkohol verkauft werden. Auch wieder logisch. Schließlich könne ein Betrunkener sein Kreuzerl an die falsche Stelle machen… ts, ts, Bräuche sind das!
Von wegen Bräuche: Die scheinen ganz rigoros zu sein in Chiang Mai: Schaut mal:

Da heißts aufpassen! Oh!
Aber jetzt doch zu den Tempeln:

Wat Phra Singh Tempel.


Verwunschener Dschungelgarten als Café!

Wat Chedi Luang, eine 600 Jahre alte Tempelanlage.

Wer viel gesündigt hat, muss Abbitte leisten, indem er seine unrühmlichen Taten auf ein Fanderl schreibt und aufhängt! Ohne Namen!
Wir ham nix aufgehängt, falls das Bild jetzt missverständlich sein sollte!

Und noch ein ganz besonderer, ein hölzerner Tempel: Wat Lok Molee.

Jetzt reichts mit de Tempel! De Kneipn sind leiwand, s‘Essen guat, die Massagen a Wohltat, da sind die beiden Abende und der Radlruhetag gleich rum…
No a Wort zu Lissi‘s Ausführungen wegen Lichtmess, is ja heid. I hab doch no a Wachs aufgetrieben, net amoi krampfeln müssen. Für an Wachsstock hat’s net greicht, aber a Kerzn, de ma für alle des brauchen, ozünd ham.

6. Februar, Zeit wird’s für meine weiteren Anmerkungen.
De Tempel lass ma jetzt a mal guat sei, da stellt sich schon a gewisse Sättigung ein. Wirklich jedes Dorf hat eine solche Anlage, es ist ja nicht nur ein Gebäude, es sind ja immer mehrere. Ein Beispiel muss ich aber noch anbieten. In einer Anlage haben die Dörfler noch am Tempel gebaut, aber an Gong, den hatten sie schon. Etwa 5 m im Dm, mit einem wunderschönen Schlangenmuster verziert…. Aber seht selbst:

Was für ein gewaltiger Gong(oder wie sagt man da?)
I hab extra des Radl stehn lassen damit man die Dimensionen erfassen kann. Ich konnte natürlich der Versuchung, den Gong zu schlagen, nicht widerstehen.
So ein tiefer Bass, dass man fast net hört…
Wie ging’s von Chiang Mai weiter? Zunächst etwa 60 km auf dem Uferdamm des Ping Flusses. Uferdamm, Fluss, d.h. ohne jede Steigung oder Gefälle.

Der Fischer bereitet Boot und Netz vor.

Gut bestückte fahrende Händler, mit frischer Ware.

Erntehelfer auf dem Weg zur Arbeit.
Nach weiteren 25 km in die Berge erreichten wir unser Quartier “Oma’s Homestay”, mehrere kloane Häusl in einer prachtvollen Blütenanlage.

Blütenpracht!
Drin war net alles so perfekt, aber wer schert sich schon um wacklige Steckdosen, lose Badarmaturen, fehlende Syphons oder Ameisenstrassen am Bett entlang. D‘Hauptsache, gut geschlafen!

Und a Kneipn gleich nebenan.
Weiter ging’s über hügelige, aber nicht steile Landschaften, auf zum Teil neuen, breiten, autobahnähnliche Strassen.

Man hat gut Platz auf diesen Pisten, da könnte auch noch ein Flugzeug landen.
Zum Glück ging’s dann auch wieder über normale Straßen, bei denen man den Leuten bei ihrer Alltagsbeschäftigung zusehen kann.

Bambus spalten…

Frühstück bei Sonnenaufgang.
Irgendwie finden wir immer geeignete Übernachtungsmöglichkeiten, hier auf dem Land für 12-16 Euro, das Zimmer.
Nach Überquerung einer Hügelregion geht’s weiter in eine tiefe flache Landschaft, nur noch ca. 150 m über dem Meer. Das südliche Thailand lässt grüßen.

San Phra Pum, sogenannte Geisterhäuser.
Sie werden auf jedem Grundstück vor Baubeginn errichtet, um sie für den Verlust ihrer Erdheimat zu beschwichtigen und ihnen auf demselben Grundstück eine Ersatzheimat zu geben.
Wenn die Pflege und die guten Gaben fehlen, sorgen die Erdgeister dafür dass dasselbe auch mit dem Haus passiert. Da haben wir schon viele Beispiele gesehen… oh, oh…

Z. B. bei dieser Werkstatt. Hätte er sich doch besser um sein Geisterhäusl gekümmert.

Aber häufig schaut’s auch so aus.

Da blühen die Bougainvilleas besonders prächtig.

Was für ein Carport!

Abendstimmung am Wang Fluss.

Da kann man sich mal Zeit lassen bis die Sonne untergeht.

Hoamwärts gehts auf d‘Nacht.
Zur Zeit ziehen wir täglich so 80 – 100 km durch, das Profil ist relativ flach, die Hitze wird immer mehr. Heute warens 34 Gräder, da kommt man schon gescheit ins Schwitzen. Wir versuchen früh zu starten, um dann am frühen Nachmittag in einem schattigen gekühlten Zimmer unterzukommen. Am Abend, wenn’s kühler wird und auch die Einheimischen wieder auftauchen, trauen wir uns auch wieder raus und finden doch immer wieder ein annehmbares Lokal. Ca. 8 Fahrtage sind’s noch bis Rayong, südlich von Bangkok, unserem Ziel.
Ach ja, noch eine kleine Anekdote: Irgendwo unterwegs, fährt plötzlich ein Mofa ran, eine (Thai)Frau klappt ihr Visier hoch und fragt: „Aus Deutschland…?“ Ja, mein zögerliches Antworten. „Ich komme auch grade aus Deutschland“, ihre Worte. „Mein deutscher Mann ist gerade gestorben, jetzt habe ich seine Rente und kann wieder hier leben“. Grinst, und gibt Gas.
11.2.: Nach einigen Tagen Funkstille….
Die liegt darin begründet dass mein Smartphone die Hitze nicht aushält und darauf mit einem unsäglichen rotem Geflimmer reagiert. Heute hab ich’s mal einige Zeit in den Luftstrom der Klimanlage gelegt, momentan sieht’s aus als ob das helfen würde.
Ja, die Hitze! In den letzten Tagen hatten wir zwischen 32 und 36 Grad, wenn dann noch am Nachmittag der glühende Asphalt abstrahlt sind das gefühlte gute 40… unsere Nachmittage sehen dann so aus dass wir uns in ein Hotel verkriechen und erstmal ausruhen bis zum Abendessen, am liebsten auch gleich im Hotel.
Seit Tagen sind wir hauptsächlich am (inzwischen) größten thailändischen Fluss unterwegs, dem Chao Phraya.
Dieser wird gebildet durch die Zusammenflüsse des Wang Flusses und des Nan Flusses bei der Stadt Nakhon Sawan, irgendwo im mittleren Thailand. Wir folgen dem Chao Phraya dann bis fast nach Bangkok. Der Fluss ist nicht begradigt, macht also sehr viele Schleifen und hat oft an beiden Ufern kleine Verbindungsstraßen der vielen Dörfer die sich aneinanderreihen. Das gibt uns viele Gelegenheiten, die Dörfer, die Menschen, die Architektur, viele viele Tempel, das allgemeine dörfliche Chaos (damit meine ich großen Verhau …) zu sehen und unzählige Hunde… die meisten sind Streuner, die froh sind wenn man sie nicht bemerkt oder sogar drüberradelt, aber diejenigen, die Haus und Hof zuhause haben, fühlen sich gemüssigt, dasjenige gegen uns Eindringlinge verteidigen zu müssen. Meistens gehen sie auf Ibo los, vielleicht wegen der strammeren Wadl (?), aber die gibt kurz Zwischengas und lässt mich mit den Problemhunden alleine. Inzwischen belle ich so herausfordernd zurück dass so mancher dieser Widerlinge verstört den Rückzug antritt. Die besonders hartnäckigen stoße ich wohl mit meiner Gänsehaut ab, die es mir jedesmal aufzieht, besonders wenn drei gleichzeitig aus dem Straßengraben springen. Aber alles gut, erfolgreich gebissen hat noch keiner.
Meistens genießen wir die Fahrten entlang der Flussschleifen, durch Reisfelder, Palmenalleen, Bananenanpflanzungen und sind auch begeistert von der Blütenpracht der Bougainvilleas entlang der Wege und vor allem auch von dem unaufhörlichen Vogelgezwitscher das uns ständig begleitet.

Weite Reisfelder

Beeindruckende Bananenstauden.

Tankstellen auf dem Land…

Die Hitze macht nicht nur uns zu schaffen.

Wir leiden nicht wirklich, sondern suchen auch die angenehmen Seiten…

So mancher lässt sich für Haus- und Gartengestaltung etwas besonderes einfallen.

Uferwege sind oft von beeindruckenden Bäumen gesäumt.
Immer wieder, selbst in kleinen Dörfern, beeindruckende Tempelanlagen und Gebetsstätten:
Allerdings: Man sieht praktisch nie Gläubige die diese Stätten auch nutzen. Höchstens mal einen Mönch der mit einem Reisigbesen Staub aufwirbelt…
Wenn wir in größeren Städten übernachten sieht dann der Aufbruch am Morgen so aus:

Und die Dinger stinken ganz gewaltig, nicht so wie in China wo die Verbrenner-Mopeds in vielen Städten schon lange verboten sind.

Manchmal finden wir gemütliche Hüttenquartiere…

Dann wieder Hotelklötze.
In Ayothaya, ca. 100 km nördlich von Bangkok bestaunen wir die Ruinen des Königreiches Siam aus dem 14. Jahrhundert:

Wat Phra Si Sanpeth.

Wat Phra Ram.
Jetzt sind es noch drei bzw. wenn ich diesen Bericht schreibe, nur noch zwei Fahrtage bis zu unserem Ziel in Rayong, 120 km südlich von Bangkok. Wir wollen diese Monsterstadt umfahren und ich möchte als Ziel Brückner Thailand erreichen. Da bin ich einfach zu neugierig! Und danach sagen zu können ich bin 6500 km von Brückner China zu Brückner Thailand geradelt (4000 km in 2019 bis Lijiang, den Rest jetzt), wer kann das schon? Also, auf zu den letzten Kilometern…
ANGEKOMMEN!
Nach ca. 2600 km und 21.000 Höhenmetern haben wir heute unser Hotel im Industriegebiet Pluak Daeng in Rayong erreicht. Am Montag sind’s nur noch 12 km Schaulaufen zu Brückner Thailand. Dort werde ich dann die Radl verpacken und meine (Ex)Kollegen sorgen für die weiteren notwendigen Transporte.
Die letzten drei Fahrtage waren nochmal eine Herausforderung. Vor allem verkehrsmässig. Ab Ayothaya beginnt der Großraum Bangkok. Vielspurige Schnellstraßen kreuzen einander und man kann nicht jeder ausweichen, man muss so mancher einige Zeit folgen oder man muss sie immer wieder überqueren.

Das sieht dann aus der Vogelperspektive so aus.
Wir weichen ostwärts aus, durchqueren ein großes Gebiet mit weitläufigen Reisfeldern, leider gibt es auch hier mehrspurige, mittig durch Leitplanken getrennte Schnellstraßen, allmählich kriegt da Spaß a Loch. Wir quartieren uns in einem Golfhotel ein, aus ein Spiel verzichten wir, es ist zu heiß und ich will meine verbleibenden Kraftreserven nicht anderweitig als beim Radeln nutzen. Am nächsten Tag war’s besonders krass mit den Schnellstraßen, wir konnten kaum ausweichen. Umso besser war’s heute, die gesamten letzten 70 km konnten wir über Nebenstraßen absolvieren. Keine LKWs heißt aber oft viele Hunde. Das krasseste Beispiel heute: An drei Häusern innerhalb 100 m sprangen insgesamt 15 Hunde auf uns los! Nicht wirklich bedrohlich, aber einfach lästig.

Viele Fotos gibt’s nicht mehr von den letzten Fahrtagen, aber dieses von einem fahrenden Händler finde ich besonders nett. Ich stelle mir da vor, wie er frühmorgens mit den Gockeln aufsteht und seine vielen Waren vorportioniert.
Mein persönliches Ziel war es auch bei Brückner Thailand „einzukehren“, bei meinem langjährigen Arbeitgeber für den ich so lange in China tätig war. So endete die Tour in einem Industriegebiet, aber das war ok. Nochmals vielen Dank an Julian und Walter für die Unterstützung bzgl. Verpackung unserer Fahrräder und die notwendigen Transporte zu organisieren. Es hat mich auch sehr gefreut Julian nach vielen Jahren wieder zu treffen (2018 hat er bei mir in Suzhou gearbeitet).

Ankunft Brückner Group Asia in Rayong

Betriebsbesichtigung mit Julian

Guat is ganga: Da kann man scho a paar Kerzerl anzünden; am Opfertisch anläßlich des Chinese New Year-Festes
Abschließend nochmal die Karte bzw. unsere „Spur“ von Lijiang bis Rayong. A breite Spur in unserer Erlebnisweltkarte…

China – Laos – Thailand
Das Fazit in Kürze:
Prima in China! Chaos in Laos! Leiwand in Thailand!
(Formulierung von Birgit übernommen)
Etwas ausführlicher: Insgesamt hat die Tour gehalten was wir erwartet haben. Abenteuer, Begegnungen, Anstrengung, große Freiheit, andere Kulturen erleben, wunderschöne Landschaften, ein Ziel vor Augen, das wir erreicht haben. Wie sagte Ibo mehrmals: Ich könnt jetzt um die Welt radeln…!
Der Rückblick auf die einzelnen Länder:
China. Im ländlichen China hat sich nicht allzu viel verändert. Die Landschaft nicht, außer dass viele Täler mit Autobahn und Zugtrassen zugebaut wurden, aber das war schon in den 10er Jahren so.
Die Städte nicht städtebaulich, aber bezüglich Verkehr gibt es riesige Veränderungen. Auch in so abgelegenen Provinzen wie Yunnan sind E-Autos allgegenwärtig. Jetzt dominieren die chinesischen Automarken. Während früher 80% ausländische Marken auf den Straßen zu sehen waren, ist das Verhältnis jetzt umgekehrt, vielleicht sind es noch 20% „Ausländer“, wenn auch in chinesischen Autowerken gebaut. Während Chinesen früher die ausländischen Marken, besonders die „Big Five“ aus Deutschland (Audi, BMW, Mercedes, Porsche, VW) als Statussymbol bevorzugten, ist man jetzt stolz ein chinesisches Auto wie BYD (Build your dreams), Polestar, Xiaomi usw. zu fahren. Elektrisch angetrieben natürlich! Top ausgestattet! Keine Aufpreis-Abzocke für sogenannte Extras. In den letzten 5-8 Jahren hat uns die chinesische Autoindustrie einfach stehen lassen! Stadtbusse fahren fast ausschließlich elektrisch, wenn ich zurückdenke, wir haben nur wenige Stinker gesehen. Ja sogar große Sattelschlepper, 35-Tonner, haben ihr Batteriepack auf dem Rücken, sprich hinter der Fahrerkabine, aber davon habe ich im Blog schon berichtet. Die Menschen sind einfach aufgeschlossen gegenüber Neuem, sind stolz auf neue Entwicklungen und suchen nicht mögliche Schwachstellen oder Risiken. Hilfreich, ich denke auch entscheidend für diese schnelle Elektrifizierung des Verkehrs ist in China der Spritpreis, sorry Strompreis. Mit ca. 5 Cent Kosten für die kWh ist die Entscheidung für einen Stromer auch nicht wirklich schwer. Warum ist schon klar: Staatliche Kontrolle (Stromerzeugung und -preis, Bereitstellung der Lade-Infrastrukur) und schon läuft das mit der Energiewende. Bei uns ist es ja umgekehrt, der Staat ist unter der Kontrolle oder zumindest einem großen Einfluss der Energieerzeuger und Autolobbyisten.
Ein weiterer großer Unterschied, das Zahlungssystem. Schon Ende der 10er Jahre war es gang und gäbe mit dem Smartphone zu bezahlen, sei es beim Lebensmitteleinkauf, im öffentlichen Verkehr, in Märkten oder Restaurants, ja sogar die Bettler hatten ihren QR-Code auf dem Revers damit die Spenden bargeldlos übertragen werden können. Das hat sich auch jetzt weiter entwickelt, es zahlt praktisch keiner mehr mit Bargeld, höchstens ein paar rückständige Ausländer… wie wir! Ich hatte zwar mein Apple-pay oder Wechat-pay eingerichtet und vor zwei Jahren bei meinem letzten Chinaaufenthalt hat es auch funktioniert, aber dieses mal nicht, ich konnte es nicht anwenden. Warum auch immer. Also, Cash vom Automaten (die es noch gibt) holen und hoffen dass man’s einsetzen kann. Hat auch meistens funktioniert, wenn auch die Gegenüber öfters mal zum Nachbarn mussten um Wechselgeld zu besorgen… oder man hat halt einfach auch etwas aufgerundet bzw. mit der Zeit habe ich stets darauf geschaut dass ich immer viele kleine Scheine hatte. Was mich überrascht hat, Kreditkarten gehen gar nicht mehr! Null! Die Geschäfte haben nicht einmal mehr die Terminals dazu. Also, Cash oder Smartphone! Die Hotels habe ich meistens 1-2 Tage vorher über Internet gebucht, da konnte man über die Kreditkarte bezahlen.
Sonst? Die Menschen sind freundlich, fröhlich, geschäftstüchtig, fleißig, wir haben uns wieder sehr wohl gefühlt in China.
Laos: Wir konnten es kaum erwarten „Neuland“ zu betreten, die Einreise war im Grunde komplikationslos, wenn auch etwas chaotisch (laotisch?) und umständlich. Die erste Siedlung, die Stadt Boten, gleich hinter der Grenze, war noch chinesisch-protzig und modern. Und, plötzlich waren wir Millionäre! Ein Euro entspricht ca. 25.000 laotische LAK, 200 EUR abgehoben, schon waren wir 5-fache Millionäre, die Hosentaschen waren voll.
Laos war verkehrsmäßig ein Chaos. Man kommt nur auf Hauptstraßen vorwärts und diese waren zerstört von endlosen Kolonnen – meist chinesischer – LKWs. Diese jetzt nicht e-betrieben, in Laos fehlts ja an der Lademöglichkeit. Also alles Stinker, dazu der immense Staub auf den Straßen und engen Tälern. Wir entschlossen uns für die Route nach Westen, schnell raus aus Laos und in den Norden Thailands, die Region Chiang Rai/Chiang Mai zu fahren. So hatten wir nur eine Tagesetappe, ca. 50 km, unter diesen schlechten Bedingungen zu fahren, danach war die Verkehrsdichte ok, auch der Straßenzustand. Wir hatten also nur 200 km in Laos, aber auch diese kurze Strecke genügte um uns die große Armut dieses Landes aufzuzeigen. Auf diesem Abschnitt gab es auch weniger Quartiere und Einkehrmöglichkeiten, die Menschen waren zurückhaltend und fast scheu, was natürlich auch der schwierigen Verständigung geschuldet ist. Wo sind sie up-to-date, die Laoten? Internet-Anbindung! In welchem Umfeld auch immer, W-LAN-Anschluss war vorhanden, wenn auch nicht immer leistungsstark. Uns haben die Straßenverhältnisse dazu bewegt, möglichst schnell „hinüber“ nach Thailand zu kommen. Schade, das Land kommt wahrscheinlich a bissl zu schlecht weg in meinem Bericht.
Thailand: Allein das Wort lässt die Augen von Asientouristen glänzen und die Stimmung heben. Sonne, Strände, Palmen, Essen, Nachtleben. Das ist das eine Thailand! Nicht unseres!
Wir wollten – und haben – das andere Thailand erlebt. Freundliche Menschen, schöne Landschaften im Norden, eine Vielzahl von Tempelanlagen, grüne Natur, Vogelwelt, natürliche Flussläufe, denen wir auf Nebenstraßen folgten. Die letzte Radlwoche war nicht so prickelnd: Der Großraum Bangkok ist eher radlfeindlich: Unzählige stinkende Mopeds, laute Motorräder, noch mehr Autos und LKW’s. In einem großen Bogen umkurvten wir Bangkok zu unserem Ziel Rayong/Brückner Thailand.
Was kommt? Zunächst wieder mal Europa, kombinierte Rad/Womo-Touren… schau ma amoi!
Ihr beiden Lieben, Ihr habt zwar meine grosse Bewunderung ob Eurer geschafften km, aber gkeichzeitig ist mir auch bewusst, mit welchen Schwierigkeiten Ihr zu kämpfen hattet. und dass Ihr diese immerwieder gemeistert und nicht den Mut verloren habt – alle Achtung – wie im wirklichen Leben. Aber jetzt ist auch genug schätze ich.
Zuhause wartet schon das Auto und Euer Bett.
Gute Rückreise und liebe Grüsse! Renate
Gratulation zu dieser grandiosen Leistung.Ihr könnt mit Freude,auch mit Erleichterung auf euer Reiseabenteuer zurückblicken. Da darf man schon auch stolz sein, die 2600 Kilometer und 21000 Höhenmeter bewältigt zu haben. Sicher auch viele landschaftliche Höhepunkte, traumhafte Tempel und interessante Einblicke in die Lebenswelten der Menschen unterwegs.
Eine Brückner Pilgerfahrt durch Australien, Afrika oder Amerika als nächstes
Toll, ich bin gespannt auf die mündlichen Berichte
Christoph d. A.
Hallo, ihr Lieben!
Besonders toll sind die Fahrten durch Blumen- und Bananenplantagen, das sieht wirklich aus wie im Paradies. Wenn nur die wilden Hunde nicht wären! Sehr beeindruckend sind auch die Gebetsstätten, das sind ja richtige Städte., da verlieren sich die Gläubigen schon mal. Viel Glück auf der Zielgeraden zu Brückner, ist das nicht fast schon wie dahoam? (Auch wenn`s in Thailand ist.). Schont die Wadln, beim Radln und bei Hundeangriffen!
Alles Gute und liebe Grüße
Birgit und Wolfgang
Hi ihr zwoa, Interessiert und fasziniert hab ich eben euren Blog gelesen – wir (Christa sitzt natürlich auch am Frühstückstisch und liest die SZ) ziehen den Hut auch zum Schwenken weil wir uns sehr freuen wennds wieder da seids! Bei uns schneit‘s morgen noamoi sodass wir am Sonntag mit den Enkeln zum Skifahren ausgmacht hom. Ganz Herzliche Griaß von uns beiden. Fredl & Christa
Hallo, ihr Lieben!
So viele Gräder für die Räder, da kommst ins Schwitzen! Hoffentlich gibt es gegen Abend nicht nur äußerliche Kühle, sondern auch ein erfrischendes Bierchen oder Weinchen für die innere Kühlung. Wir schwitzen zu Hause auch bei manch einer olympischen Entscheidung. Gute Fahrt zum baldigen Ziel, keine Pannen und erträgliche Temperaturen. Passt auf euch auf und lasst es euch gut gehen.
.Liebe Grüße
Birgit und Wolfgang